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Sonja Hammerschmid
wird neue Bildungsministerin  
Sonja Hammerschmid wird neue Bildungsministerin  

Die Regierungsumbildung in der SPÖ ist abgeschlossen. Kerns rotes Regierungsteam "steht".
Fix ist jetzt also:
Sonja Hammerschmid, die bisherige Rektorin der Vetmed-Uni Wien, löst Bildungsministerin Heinisch-Hosek ab,
Thomas Drozda, bisherige Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien, folgt Josef Ostermayer als Kulturminister,
Jörg Leichtfried, ehemalige Delegationsleiter der SPÖ im EU-Parlament und derzeit Verkehrslandesrat in der Steiermark, kommt statt Gerald Klug ins Infrastrukturministerium, und
Muna Duzdar, Wiener Landtagsabgeordnete, löst Sonja Steßl als Staatssekretärin im Bundeskanzleramt und dort für Digitales, Verwaltung und den öffentlichen Dienst zuständig, ab.
Außerdem soll Maria Maltschnig, bisher Vorstandsassistentin von Kern, Kabinettschefin des Kanzlers werden.



 
  Stellungnahme zum Schulrechtspaket 1 der ÖLI/UG  

Vorbemerkung: Im Schulrechtspaket 1 sind zentrale bildungspolitische Fragen, wie Bundeskompetenz für den gesamten Bildungsbereich und alle PädagogInnen/LehrerInnen, Modellregionen, gemeinsame Schule, Schulautonomie und transparente, sozialindizierte Ressourcenzuteilung nicht enthalten.

Österreichischen LehrerInnenInitiative/Unabhängige GewerkschafterInnen (ÖLI/UG)
Stellungnahme zum Schulrechtspaket 1 externer Link


 

Grafik: Statistik Austria  
Erbschaft Bildung  

Armin Wolf analysiert die Ergebnisse des aktuellen Berichts „Bildung in Zahlen“ der Statistik Austria. Sein Resumee: „Und jedes Jahr finden sich darin Ergebnisse, die einen sehr nachdenklich machen können. Nach wie vor hängt es nämlich nur zum (kleineren) Teil von den Talenten eines Kindes ab, welchen Schulabschluss es einmal machen wird. Mindestens genauso wichtig ist der Schulabschluss der Eltern.“
Die Fakten (> sieheLink): Von den 25-44jährigen, deren Eltern nur einen Pflichtschulabschluss haben, machen knapp 17% Matura und nur 6,8% einen Uni/Hochschulabschluss. Haben die Eltern maturiert, haben auch 65% der Kinder einen Matura- und 31,7 % einen Uniabschluss. Aber 81% der Akademiker-Kinder maturieren und 47,6% machen einen akademischen Abschluss.
„Nun sind Akademiker-Kinder aber ziemlich sicher nicht drei Mal so klug wie die Kinder von Installateuren oder Bürokauffrauen oder fünf Mal so talentiert wie Kinder von Hilfsarbeiter-Innen. Ganz offensichtlich ist unser Schulsystem aber nicht in der Lage, die unterschiedlichen Bildungsniveaus von Zuhause auch nur annähernd auszugleichen“, stellt Armin Wolf in seinem Kommentar fest.
Das Schulsystem sei zwar theoretisch durchlässig, aber wie die Statistik zeigt, gehen eben aus einer AHS-Unterstufe 89% und aus einer NMS nur 46% der Schüler/innen in eine Oberstufe weiter. Wie bereits in den Jahren davor, belegt auch der aktuelle Bericht „Bildung in Zahlen“, dass die Chance für Akademikerkinder Akademiker/in zu werden, sieben Mal höher ist als für Kinder von Eltern mit Pflichtschulabschluss. Also „völlig unabhängig von IQ, Talent oder Fleiß. Einfach Glück im Geburten-Lotto“, so Armin Wolf.



 
  UBG und VLI strikt gegen Arbeitszeiterhöhung und Personalabbau  

Kanzler Faymann sitzt offensichtlich in der Klemme und lenkt mit LehrerInnen-Bashing von der eigenen und der Unfähigkeit der ganzen Bundesregierung ab

Das ist kein Aprilscherz: „Würde man ein neues Dienstrecht umsetzen und die Stundenzahl (der Lehrer, Anm.) massiv verändern, dann würde das für das Schulbudget eine gewisse Entlastung bringen“, so wird W. Faymann in der „Presse am Sonntag“ zitiert.

Presseaussendung .pdf


 

Prof. Dr. Jochen Krautz  
Vortrag: Kompetenz als Problem  

Hintergründe und Auswirkungen des Kompetenzkonzepts in Schule und Bildung

mit Prof. Dr. Jochen Krautz (Wuppertal)
am Donnerstag, 7. April 2016, 20.00 Uhr
im ORF Landesstudio Dornbirn Eintritt frei
Anmeldung erbeten unter
office@bildungsgewerkschaft.at
oder
karten.vbg@orf.at

• Das Kompetenzkonzept ist wissenschaftlich ungeklärt.
Es dient dazu, Bildung messbar zu machen.
• Kompetenzkataloge kann man nicht unterrichten.
• Kompetenzorientierung vernachlässigt die Inhalte und senkt das Bildungsniveau.
• Kompetenzen vernachlässigen die Moralität und steuern das Wollen.
• Kompetenzen zielen auf Anpassung.
• Die OECD verfolgt eine Strategie kultureller Entwurzelung.
• Folge in Schule und Elternhaus: Verwirrung und Verlust von Pädagogik und Didaktik.

Prof. Dr. Jochen Krautz Professor für Kunstpädagogik am Fachbereich F – Design und Kunst der Bergischen Universität Wuppertal.
Studium der Fächer Kunst und Latein sowie der Erziehungswissenschaften.
Seit 2008 Professor für Kunstpädagogik.
Herausgeber von Fachzeitschriften und Mitglied in verschiedenen Forschungsverbünden und wissenschaftlichen Beiräten. Autor zahlreicher Publikationen.
Arbeits- und Forschungsgebiete: Systematik der Kunstpädagogik und anthropologische Grundlagen personaler Kunstpädagogik; Didaktik und Methodik des Kunstunterrichts, insbesondere Didaktik der Fotografie und digitaler Bilder, Didaktik der Kunstrezeption; Friedenserziehung in der Kunstpädagogik; Allgemeine Pädagogik und Bildungstheorie, insbesondere personale und interpersonale Grundlagen der Pädagogik; Bildungspolitik, insbesondere Analyse und Kritik der Ökonomisierung von Bildung.



 

Erhöhung der Lehrverpflichtung wegen mangelhaftem Bildungsbudget  
Lehrpflichterhöhung: Beschämende Reaktion der GÖD auf Faymanns Aussage  

Kommentar von Manfred Sparr
Wie auf oeliug.at bereits berichtet – „Bundeskanzler Faymann in Bildungsfragen massiv überfordert“ – teilte uns Bundeskanzler Faymann am Karsamstag am Ende eines Interviews in diePresse.com - 26.03.16 mit, dass er bei der Lehrverpflichtung "die Stundenzahl massiv verändern" möchte, denn das "würde das für das Schulbudget eine gewisse Entlastung bringen". Seine Aussagen zu diesem Thema lassen vermuten, dass unser Bundeskanzler mit der Flüchtlingspolitik so beschäftigt ist, dass er bei allen anderen Themen nicht mehr auf dem aktuellen Informationstand ist. Zumindest in Bildungsfragen ist das nach seinen Aussagen in diesem Interview offensichtlich.
Heute macht diePresse.com 29.03.16 aus dem Faymann-Sager einen neuerlichen Bericht und lässt vor allem die fcg Lehrergewerkschafter zu Wort kommen. Und die nützen diese Chance und prügeln verbal ordentlich auf Faymann ein.
Es wäre ja sehr erfreulich, wenn die GÖD endlich einmal schnell und massiv auf die Angriffe der Regierung gegen die Lehrer/innen reagieren. Beim Kampf gegen eine weitere Lehrverpflichtungserhöhung, ist der Wiederstand der ÖLI-UG sowieso eine Bank und darin sind wir mit Kimberger und Quin diesmal eins. Aber aus zwei Gründen ist eine Kritik an den Aussagen und dem Vorgehen der fcg-Spitzengewerkschafter dringend angebracht.

Einmal ist dies der offensichtlich parteipolitisch motivierte Anlass für diese verbalen Attacken gegen Faymann (SPÖ). Dass der Hauptverantwortliche für diese Entwicklung und primär die Ursache für die neu aufgeflammte Diskussion um die Arbeitszeit der Lehrer/innen nicht Faymann oder Heinisch-Hosek ist, sondern Finanzminister Schelling (ÖVP) ist kein Geheimnis. Er produziert konsequent mit seiner neoliberalen Budgetpolitik ein strukturelles Budgetloch im Bildungsressort (>oeli-ug.at: "Schelling nervt: 550 Millionen fehlen 2016 im Bildungsbudget"), das wegen der Struktur des Bildungsbudgets nur mittels Einsparungen bei Lehrer/innen geschlossen werden kann. Und er gibt dies auch schamlos öffentlich zu. Die de facto Nullreaktion der schwarzen Lehrer/innen-Vertretern in der GÖD auf Schellings Budgetattacken gegen das Bildungsressort ist wohl nur mit ihrer bedingungslosen Parteiräson erklärbar.
Der zweite Grund wiegt noch schwerer. Es ist die aggressive und unsachliche Wortwahl Kimbergers und Quins. Ihre Aussagen erschöpfen sich in unsachlichen und niveaulosen persönlichen Angriffen. Das mag vielleicht manche schwarzen Stammtischbrüder erfreuen, bringt uns Lehrer/innen aber in der Abwehr von Lehrpflichterhöhungen absolut nicht weiter und ist dem Image des/der Lehrer/innen sicher nicht förderlich.



 

BM Heinisch-Hosek Screenshot orf - Pressestunde  
Sozialindexierte Ressourcenverteilung an Schulen  

Die Ergebnisse der Bildungsstandarderhebung in den vierten Klassen der Volksschulen zeigen, dass der Bildungsabschluss der Eltern, Sozialstatus und Migrationshintergrund die Deutschkompetenz signifikant prägen.
Diesem Umstand will Bildungsministerin Heinisch-Hosek zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Wie orf.at berichtet, teilte heute die Ministerin bei einer pressekonferenz mit, dass sie diesem Ergebnis Rechnung tragen will und beim Finanzausgleich eine Neuverteilung der Ressourcen für die Schulen anstrebe. „Wir sollten über eine Sozialindexierung sprechen“.
Für den Kärntner Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger ist die Sozialindexierung in Verbindung mit einer Autonomie an den Standorten begrüßenswert. Anders sieht das wieder einmal sein Kollege aus Oberösterreich, Fritz Enzenhofer. Er wünscht sich, dass die Schulaufsicht mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Was uner anderem auch dazu führen sollte, dass der Landesschulrat stärker die Lehrerfortbildung steuern können sollte. Notfalls müssten Lehrer dazu auch verpflichtet werden können.



 

 
Bildungsabschluss der Eltern, Sozialstatus und Migrationshintergrund prägen die Deutschkompetenz der Volksschüler/innen  

Ergebnisse der Standardüberprüfung Deutsch (4. Schulstufe)
Im Mai 2015 wurden die Deutschkompetenzen der Schüler/innen der 4. Schulstufe im Rahmen einer Standardüberprüfung erhoben. Laut bifie wurden an die 75.000 Schüler/innen aus fast 3000 Volksschulen getestet. Die Kompetenzmessungen in den Bereichen Leseverständnis, Rechtschreiben, Hörverstehen, Verfassen von Texten und Sprachbetrachtung wurden flächendeckend schriftlich, die Kompetenz im Sprechen wurde an mit Stichproben erfasst.
Die Ergebnisse zusammengefasst:
Das unwichtigste Ergebnis, das aber am meisten interessiert, zu Beginn: Im Bundesländervergleich schneiden die Schüler/innen aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg am besten ab, die Vorarlberger und Wiener Volksschüler/innen bilden das Schlusslicht. Wobei Wien nur um geringfügig weniger Punkte erreichte als Vorarlberg. Auch insgesamt liegen alle Bundesländer nur wenige Punkte – max. 26 – auseinander.

Das wichtigste Ergebnis, das zwar schon lange bekannt ist, aber doch am wenigsten interessiert:

Und wieder einmal bestätigt sich durch diese Testung, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Eltern und den Leistungen ihrer Kinder besteht. Vor allem beim Lesen sind die Unterschiede zwischen Kindern von Akademiker/innen und jenen mit Eltern, die maximal Pflichtschulabschluss haben, besonders dramatisch: 126 Punkte! Das bedeuten in etwa einen Rückstand von drei Lernjahren!

Die bundesweit zusammengefassten Ergebnisse:
Im Leseverständnis übertreffen 6 % der Schüler/innen und erreichen 56% die Lernziele. 25% schaffen die Standards teilweise und 13% sie nicht. Im Vergleich zur letzten Testung im Jahr 2010 haben sich die Schüler/innen im Bundesdurchschnitt von 500 auf 523 Punkte verbessert.
In der Textproduktion mit den vier Dimensionen Inhalt, Aufbau, sprachliche Angemessenheit und sprachliche Richtigkeit, zeigen die Schüler/innen die schwächsten Ergebnisse von allen Kompetenzbereichen in Deutsch. 20% der Schüler/innen haben die die Bildungsstandards in Verfassen von Texten in allen Dimensionen erreicht bzw. übertroffen. 14% Prozent in drei von vier Dimensionen. Über 30% erreichten sie nur teilweise und 25% hauptsächlich nicht.
In Rechtschreiben haben sich Getesteten im Vergleich zu 2010 nur minimal, von 500 auf 504 Punkte verbessert.
7% der Schüler/innen übertreffen und 68 % erreichen in der Sprachbetrachtung die Lernziele. Nur teilweise erreichen die Standards 13% der Schüler/innen und 12 % erreichen sie nicht. Im Durchschnitt haben sich die Fähigkeiten der Schüler/innen im Bereich des Sprachbewusstseins seit 2010 um 24 Punkte verbessert.
3% der Schüler/innen übertreffen und 60 % erreichen im Bereich Hören die Lernziele. Nur teilweise erreichen die Standards 25% der Schüler/innen und 10 % erreichen sie nicht.
29% der Schüler/innen haben alle Bildungsstandards in Deutsch erreicht bzw. übertroffen. Weitere 25 % erreichen die Bildungsstandards großteils, 14 % hauptsächlich und 17% noch überwiegend teilweise. 14% erreichen die Lernziele für die Volksschule in Deutsch hauptsächlich nicht.
Die Mädchen schneiden im Fach Deutsch insgesamt etwas besser ab als die Buben, Schüler/innen mit Migrationshintergrund schneiden durchschnittlich ebenfalls schlechter ab. Wobei vor allem die negative Abweichung (77 Punkte) beim Hörverständnis auffallen ist. Der um den Sozialstatus korrigiert Wert ist mit 51 Punkten zwar deutlich besser aber immer noch sehr hoch.

Weitere Informationen im Detail, Links und Downloads findet ihr auf der bifie-Seite über die „Ergebnisse der Standardüberprüfung Deutsch (4. Schulstufe)



 

 
Schule schauen - Brücken bauen (Brücke III)  

Unsere Intention, Struktur, Arbeitsweise und nicht zuletzt die Raumsituation an anderen Schultypen und Schulstandorten kennenzulernen, behalten wir auch diesmal im Auge, selbst wenn wir diesmal einen Ausflug in die Elementarpädagogik wagen.
Wir starten in der Volksschule Lustenau-Kirchdorf und werden von Direktor Christoph Wund über die Situation vor Ort informiert, bevor er uns das Schulgebäude vorstellt. Anschließend können wir diverse Klassen besuchen, unter anderem die Montessoriklasse von Frau Birgit Sieber-Mayr.
Einen besonderen Höhepunkt bildet der Besuch des Kindercampus‘ Höchst, erbaut von der Fa. Blum (Beschläge), der nicht nur für die Kinder der Firmenangehörigen offen steht. Die Leiterin Jasmin Lederer stellt uns das interessante Konzept vor und geleitet uns anschließend durch die einzigartige Architektur.

Wir treffen uns am Dienstag,
dem 8.3.2016, um 7.50 Uhr,
vor der Volksschule Lustenau Kirchdorf
(Rathausstraße 9, Lustenau).



 

ZLS  
NMS: Raus aus der „persönlichen Komfortzone“!  

Das Pädagogisches Argumentarium zu NMS-relevanten Themen "empört" NMS-Lehrer/innen
Im Auftrag des bmbf haben Tanja Westfall-Greiter und Christoph Hofbauer für das Bundeszentrum für lernende Schulen (ZLS) eine Argumentationshilfe für Schulleiter/innen und Lerndesigner/innen zusammengestellt.
Geht man beim Lesen der ersten Zeilen noch davon aus, dass die Verfasser das Argumentarium „als Gesprächs- und Diskursgrundlage und sachliche Information“ zu den NMS-relevanten Themen anbieten wollen, wird einem schnell klar, dass Kritik in dieser Sache nicht gewünscht wird. Bereits in der Einleitung wird dem Leser klargemacht, was von jenen „Akteurinnen und Akteure auf allen Systemebenen“ zu halten ist, die diese Entwicklung nicht „als wünschenswerte, notwendige Weiterentwicklung“ sehen. Kolleg/innen, die diesem theoretischen Überbau um die NMS weniger abgewinnen können, oder ihn kritisch hinterfragen, werden als jene betrachtet, die die "Komfortzonen" nicht verlassen wollen und resistent gegenüber allem sind, was neu ist und von außen kommt. Es wird der Eindruck vermittelt, Kritik sei weder konstruktiv noch erwünscht, sondern „Widerstand gegen Veränderungszumutungen“. Das sei „verständlich“, weil „von außen herangetragene Ansprüche, die persönliche Komfortzone zu verlassen, zuerst mit Skepsis betrachtet bzw. abgelehnt“ werde. >>> siehe Download
Das Ergebnis ist ein „Argumentarium“ für den Umgang mit Widerstand.

Das Dokument erhielt die Redaktion von einem Kollegen aus der NMS. Weitere Recherchen ergaben, dass in einer Schule dieses „Argumentarium“ in einer Konferenz ausgeteilt wurde. „Teilweise wurde es kopfschüttelnd, teilweise empört (Stichwort Komfortzone) entgegengenommen“.
Dazu ein Kommentar eines Kollegen aus der NMS: „Hier handelt es sich wohl um einen Beitrag aus der nmsvernetzung.at Plattform für angehende und richtige Lerndesigner/innen. Es ist eine Anmeldung notwendig, um in den inneren Zirkel vorzudringen und an den Forumsdiskussionen teilzunehmen. Es gibt aber auch einen allgemein zugänglichen Teil. Auch Schulleiter sind mit ihren Lerndesignern im "dynamischen Duo" dort vertreten. Die Masterminds Hofbauer und Westfall sind für die Lerndesignerausbildung in Österreich zuständig. In sogenannten Bundeslernateliers (BLA) wird die Marsch- und Denkrichtung vorgegeben. Zusätzlich wird den Lerndesignern in regionalen Lernateliers (RLA) die Gedankenwelt des Hauses der Neuen Mittelschule nähergebracht. In den Forumsbeiträgen bestärkt sich der immer selbe Personenkreis in seinem Tun um die Umsetzung der NMS. Viele hadern mit ihrem Schicksal als Lerndesigner/innen an den Schulen, denn sie müssen oftmals erkennen, dass sie mit dem Gedankengebäude um die NMS bei den Kolleginnen nicht sonderlich punkten. Frustration macht sich oft in den Forumsbeiträgen darüber breit. Da passiert es schon, dass Kolleg/innen, die diesem theoretischen Überbau um die NMS weniger abgewinnen können, oder kritisch hinterfragen, als jene betrachtet werden, die die "Komfortzonen" nicht verlassen wollen. Kritik in diesem Forum wird nicht gewünscht.
Das Zentrum für lernende Schulen ZLS (wieder Hofbauer, Westfall) gibt den Takt und die Papiere

Argumentation NMS .pdf



 

Progromstimmung in Clausnitz  
Pöbelnder Mob bedroht Flüchtlinge in Clausnitz: Die Menge tobt. "Ja! Raus!" - es herrscht Pogromstimmung.  

Die Österreichische Lehrer/innen Initiative ÖLI-UG ist schockiert:

Der Vorfall in Clausnitz macht betroffen, macht Angst.

Wie www.jetzt.de berichtet, wurde am Freitagvormittag auf der Facebook-Gruppe "Döbeln wehrt sich – Meine Stimme gegen Überfremdung" stolz ein Video gepostet, das einen wütenden Mob zeigt, der in Clausnitz (Sachsen) einen Reisebus mit Flüchtlingen bei der Weiterfahrt hindert. Immer wieder brüllen und blöken sie die Parole „Wir sind das Volk“. Unter den Insassen sind auch verängstigte Frauen. Und weinende Kinder. Ein paar Stunden später löschten die Macher ihre FB-Gruppe. Nicht mehr so stolz offenbar.
Kaum hat man sich von den unfassbaren Vorkommnissen, die dieses Video zeigen, irgendwie erholt, taucht ein zweites, drastischeres Video auf, das Angst macht und an Bilder aus einer unserer wohl unrühmlichsten Periode erinnert. Die sueddeutsche.de beschreibt kurz die die wichtigsten Szenen aus diesem Video. Darin ist zu sehen, wie ein Polizist einen jugendlichen Flüchtling gewaltsam aus dem Bus schleift - unter dem Gegröle einer Menschenmasse. Zuvor sind Männerstimmen zu hören. Sie schreien: "Verpisst euch", "Ihr braucht doch nicht arbeiten hier" und "Hol ihn raus". Die Menge tobt. "Ja! Raus!" - es herrscht Pogromstimmung.



"Wenn die das Volk sind, muss ich es dann auch sein?" Und was sich das Redaktionsteam jetzt.de sonst fragte, als sie das Video des pöbelnden Mobs in Clausnitz gesehen haben.



AfD und FPÖ - eine Bedrohung!
Die ÖLI-UG weiß, der massive Rechtsruck in der Gesellschaft ist nicht nur ein auf Deutschland begrenztes Phänomen. Und verweist mit schaudern auf die kürzlich zwischen HC Strache und Frauke Petry vereinbarte Zusammenarbeit der der rechtsextremen deutschen AfD und der FPÖ. Zwei Parteien, die sich in der Abgrenzung vom Nationalsozialismus immer schwerer tun und in Menschenrechtsfragen Positionen einnehmen, die einer modernen aufgeschlossenen Gesellschaft fundamental widersprechen, wollen zukünftig als „Blauen Allianz“ offiziell miteinander kooperieren.
Für Harald Walser kommt die Kooperation der beiden Rechtsaußen-Parteien nicht überraschend: „Die ‚Blaue Allianz’ von AfD und FPÖ ist eine Summe von sattsam bekannten ‚Einzelfällen’, die realiter besser als ‚blaune Allianz’ zu bezeichnen ist. Deren nun avisierte Zusammenarbeit halte ich daher für eine Bedrohung.



 

 
Volksschullehrer/innen: Berlin gefällig? Mehr Kohle gibt`s auch!  

Laut einem Bericht der Berliner Zeitung herrscht in Berlin ein eklatanter Mangel an Grundschul-lehrer/innen. Deshalb sollen jetzt auch in Österreich und der niederländischen Grenzregion Lehrer/innen gesucht werden. „Ja, es gibt solche Überlegungen, wir wollen über den Tellerrand hinausschauen“, bestätigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) auf Anfrage der Berliner Zeitung.
„Revierwechsel gefällig? Kohle gibt’s auch bei uns“, so warb der Senat etwa auf Plakaten um Lehrer-Nachwuchs aus dem Ruhrgebiet. Nun wolle man das Rekrutierungsgebiet auf ganz Deutschland, Österreich und die niederländische Grenzregion ausweiten, wo viele auch gut Deutsch sprechen.
Schweiz ist für Berlin kein Thema, weil die Schweizer Lehrer/innen ein höheres Lohnniveau gewohnt seien. Für die Pädagog/innen in Österreich ist ein Wechsel nach Berlin in Bezug auf das Gehalt wohl auch nach der Dienstrechts-reform immer noch interessant.
"Bleiben Sie in Wien. Hier ist es auch attraktiv, um zu arbeiten"
Wie kurier.at berichtet, drohe in Wien noch kein Lehrermangel. Laut Stadtschulrat gebe es derzeit genügend Absolventen der PH. Den neuen Absolventen rät der Stadtschulrat: "Bleiben Sie in Wien. Hier ist es auch attraktiv, um zu arbeiten." Denn steigen werde der Bedarf sehr wohl. Ein frommer Appell an die Junglehrer/innen wird sicher nicht ausreichen, der Stadtschulrat ist gut beraten, wenn er sich in Zukunft ein biss´l mehr um seine Mitarbeiter/innen bemüht.



 

 
Zukunftsweisende Bildungspolitik – Nicht mit ÖVP und den Schwarzen in der GÖD  

Wie berichtet, sollen Ziffernnoten und Sitzenbleiben in der ersten, zweiten und dritten Klasse der Volksschule zukünftig der Vergangenheit angehören. So sieht es die Ministerin Heinisch-Hosek in ihrem aktuellen Gesetzesentwurf des Bildungsministeriums vor. Kommt einmal – eh nur selten und eh aus Furcht vor den ÖVP-Fortschrittsblockierern wieder einmal vorauseilend nur in Minimalversion – ein pädagogisch und schulorganisatorisch sinnvoller Vorschlag von der roten Bildungsministerin, wird sie umgehend von der ÖVP attackiert. Laut diepresse.com unterstellt Staatssekretär Mahrer Heinisch-Hosek "Leseschwierigkeiten". Auch die Lehrer – gemeint sind vor allem die Schwarzen Lehrervertreter/innen in der GÖD, diesmal vertreten durch Paul Kimberger - sprächen von einer "Schnapsidee". Er, Kimberger, selbst sei kein Freund davon: "Ich bin einer, der meint, dass man auf die Ziffernnote nicht verzichten soll".
Auch die ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank teilt in ihrer OTS/PA mit, dass die ÖVP die Abschaffung der Noten und des Sitzenbleibens in der Volksschule ablehnt und stattdessen die Schulpartner in den Schulen darüber entscheiden sollen. Sie ignoriert damit die positiven Ergebnisse von ca. 2000 Schulversuchen: „Der ÖVP ist das Bekenntnis zu Leistung wichtig. Und wir nehmen Autonomie ernst: Wir vertrauen den Experten vor Ort - also den Lehrerinnen und Lehrern - und wollen nicht alles zentralistisch regeln.“
Heftige Kritik an der Blockadehaltung der ÖVP übt auch Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, in seiner Presseaussendung „Kritik am fortschrittsfeindlichen Retrokurs der ÖVP“: "Es kommt wie das Amen im Gebet: Kaum gibt es einen zukunftsweisenden Vorschlag aus dem Unterrichtsministerium, schon drückt die ÖVP auf die Stopp-Taste“, äußert sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, enttäuscht, aber wenig überrascht von der ablehnenden Haltung der ÖVP. „Die Blockadehaltung und der fortschrittsfeindliche Retrokurs der ÖVP schädigen den Bildungsstandort Österreich inzwischen nachhaltig“, stellt Walser fest und geht einen Schritt weiter als die Unterrichtsministerin: „Ich fordere neben der Abschaffung der Ziffernnoten in allen vier Volksschulklassen nachdrücklich die Einführung einer flexiblen Schuleingangsphase und von jahrgangsübergreifenden Klassen.“ Das seien erfolgreich erprobte Modelle, von denen alle österreichischen Volksschulkinder profitieren sollen. „Wenn wir schon reformieren, dann nicht zögerlich, sondern gleich anständig, denn wir wissen aus der Praxis schon längst, wohin der Reformzug fahren müsste“, appelliert Walser an die Regierungsparteien.



 

G. Pedrazzolli Modellregionen für Gesamtschulen sind Eckpfeiler  
Heinisch-Hosek: Modellregionen für Gesamtschule sind Eckpfeiler  

Tiroler Tageszeitung tt.com: Bildungsministerin Heinisch-Hosek hofft auf Einlenken der Gymnasien-Vertreter bei der Modellregion und lehnt Aufnahmetest für Gymnasien klar ab.

Für Heinisch-Hosek sind die geplanten Modellregionen für die gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen ein Eckpfeiler, damit „viel Zukunftspädagogik in den Klassenzimmern ankommt“ . In diesem Zusammenhang gibt es viel Lob von der Ministerin für Landeshauptmann Platter und Bildungslandesrätin Palfrader, weil sie, was die Lebenssituation und die Chancen der Kinder betrifft, sehr fortschrittlich in die Zukunft denken.
Die Ministerin hält zwar an der vereinbarten 15%-Klausel fest, aber sollte sich „im parlamentarischen Prozess etwas Anderes ergeben, dann werde ich sicher nichts dagegen haben“. Und der „Kreativität des Landes Tirol“ seien hier „keine Grenzen gesetzt.“ Die Ablehnung der AHS-Vertreter nimmt Heinisch-Hosek zur Kenntnis. „Sie vertreten die Langform ihrer Schulart. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass im heurigen Schuljahr eine neue Lehrer-Ausbildung begonnen wurde. 2019 werden die ersten AbsolventInnen fertig sein, dann gibt es nur noch eine Sekundarstufe für die 10- bis 14-Jährigen.“


 

Foto: Joachim Wiesner  
Mädchen sind die Betrogenen bei der Zentralmatura  

Mädchen bei Zentralmatura in Englisch unerwartet schlecht - und in Mathe sowieso.

Die Analyse der Ergebnisse der Zentralmatura deckte eine unerwartete Ungerechtigkeit und damit einen weiteren unakzeptablen Fehler des Systems „zentralen Reifeprüfung“ auf. Unerwartete und allen Studien widersprechende Geschlechterunterschiede. Österreichweit durchgehend schnitten die Mädchen nicht nur in Mathematik, sondern auch in Englisch deutlich schlechter ab als ihre Mitschüler - 60 Prozent mehr Fünfer für Mädchen (6,9 Prozent) als für Buben (4,3 Prozent), berichtet Lisa Nimmervoll derStandard.at. Dass das Ergebnis in Mathematik noch schlechter für die Maturantinnen ist, wurde erwartet und interessiert de facto niemanden. Was eigentlich der wirkliche ganz große Skandal unseres Bildungssystems ist.

Aber zurück zum Unerwarteten: Allen Studien zum Trotz schnitten die Mädchen in den Fremdsprachen (Englisch) schlechter ab als die Burschen. Ein eindeutiges Indiz – oder treffender – ein weiterer eindeutiger Beweis, dass das Bifie mit dem Management der Zentralmatura komplett überfordert war/ist und das System der zentral geprüften Reife- und in Zukunft auch in der BMHS Diplomprüfung dringend neu überdacht werden sollte.

Europaweit, bis auf wenige Ausnahmen wird zentral geprüft! Na und? Europaweit, bis auf wenige Ausnahmen, ist die Gesamtschule seit Jahrzehnten Standard. Überall, außer in Österreich, ist eine systemerzwungene, meist eine der folgenschwersten Entscheidung der Bildungsbiographie von neuneinhalb jährigen Kindern ein absolutes NO GO! Aber geht es um die Zentralmatura, werden alle Bedenken vom Tisch gewischt.

Der unerträgliche bildungspolitische Systemsumpf in Österreich treibt immer seltsamere Blüten. Ein aktuelles Beispiel ist die aktuelle Forderung des langzeitbeleidigten Bildungswissenschafters von der Universität Salzburg, Günter Haider, wegen den schlechten Ergebnissen bei der Zentralmatura das BORG auf fünf Jahre zu verlängern. Wer solche Wissenschaftler im Lande hat, sollte ernsthaft darüber nachdenken, sich selber Gedanken zu machen.






 

Paul Kimberger -
Potentialanalyse statt
Schulnachricht  
Angst vor der Gesamtschule  

Wie zu erwarten, war heute die Schulnachricht für die Viertklässler Thema in den ORF-Nachrichten. Wie seit Jahrzehnten wird auf die Bedeutung und gleichzeitig untragbare Belastung der im Durchschnitt neuneinhalb Jährigen, ihrer Eltern und der Lehrer/innen hingewiesen, die diese "folgenschwerste Entscheidung im Verlauf jeder Bildungsbiographie: Gymnasium – ja oder nein“ mit sich bringt. Und alle Jahre wieder melden sich je eine/r der bildungspolitisch reaktionären schwarzen Lehrergewerkschafter und Elternvertreter/innen zu Wort. Heuer war es Paul Kimberger, oberster Gewerkschafter der Pflichtschullehrer/innen und der neugebackene Präsident des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen (BEV), Gernot Schreyer. Und alle Jahre wieder wird über den alles andere als objektiven, die Schüler/innen untragbar belastenden und sowieso unbrauchbaren Sortiermodus auf Basis der Schulnachrichten gejammert. So weit so gut, das stimmt ja, zumindest ist es in Bezug auf die erwähnten Ursachen wenigstens die halbe Wahrheit. Aber nicht mehr auszuhalten sind die Vorschläge der Beiden: Lehrer/innen müssen in der vierten Klasse gerechtere Noten geben (Schreyer) und nicht die Schulnachricht, sondern eine Potentialanalyse der Kinder – erstellt von Lehrer/innen und/oder Psychologen - soll als Sortierkriterium dienen (Kimberger). Das ist Unsinn, Herr Kimberger! Die derzeit einfachste, wirkungsvollste und nachhaltigste Lösung der Probleme, die Gesamtschule, wurde nicht einmal andeutungsweise er erwähnt.
Entweder fürchten die schwarzen Vertreter der Eltern und Lehrer/innen die Gesamtschule, wie der Teufel das Weihwasser, oder sie sind abgrundtiefe Zyniker und nehmen die Leiden der Kinder und ihrer Eltern billigend in Kauf.
Ein Rat an Paul Kimberger von seinen Tiroler Gewerkschaftskolleg/innen. In roten Lettern ist auf ihrer Startseite zu lesen: „Wer überholen will muss die Spur wechseln“. Rückwärts auf dem Pannestreifen fahrend, kommt man nicht weiter. Schon gar nicht in der Bildungspolitik.



 

G. Pedrazzoli
Vorarlberg als Modellregion  
Bildungsreform: Die Lösung liegt in der Modellregion Vorarlberg  

SPÖ und ÖVP stehen sich bei der Bildungsreform selbst im Weg, schreibt Lisa Kogelnik in ihrem Kommentar im derStandard.at zur aktuellen Streiterei der ÖVP. Und stellt pragmatisch fest:

Die Lösung liegt in Vorarlberg. Und recht hat sie!

Eine Lösung wäre einfach. Im – von einem schwarzen Landeshauptmann geführten – Vorarlberg sind sich alle Parteien darüber einig, dass im ganzen Bundesland die Gesamtschule getestet werden soll. Umfassende wissenschaftliche Vorbereitungen laufen bereits. Vorarlberg ist ein kleines Bundesland, eingefleischte Gesamtschulgegner müssten keine umfassende Änderung des gesamten Schulsystems fürchten. Es spricht also nichts dagegen, die Wünsche der Vorarlberger zu erfüllen. Freilich würde dann im restlichen Österreich die 15-Prozent-Grenze gelten. Damit müssten sich SPÖ und Grüne abfinden. Dann wäre auch eine Zweidrittelmehrheit für den Beschluss garantiert, und es bestünde Rechtssicherheit für jene Schulen, die künftig eine Modellregion für die Gesamtschule bilden.



 
  Österreichs Pensionssystem ist gut aufgestellt und zukunftstauglich!  

Eine faktenorientierte Diskussionsunterlage
Eine Analyse von Dr. Norbert Schnedl
Norbert Schnedel, Bereichsleiter Dienstrecht in der GÖD, stellt in seiner Analyse (> GÖD) dem, in der letzten Zeit vermehrt öffentlich geäußerten Unsinn über die Entwicklung des Pensionssy-stems, Fakten gegenüber. „Öffentliche Äußerungen von sog. „Pensionsexperten“ über die zukünftige „Unfinanzierbarkeit“ des Pensionssystems und daraus resultierender sofortiger Änderungsbedarf sind interessensgeleitet (Industriellenvereinigung, WKO, Agenda Austria (IV-nahe) etc.) bzw. einem oberflächlichen Zugang geschuldet“, so Schnedl.
Schnedl arbeitet die Vorteile der umlagefinanzierten gesetzlichen Pensionsversicherung gegenüber der kapitalgedeckten Systeme heraus. Es braucht „kein angespartes Kapital, das sich am Kapitalmarkt vermehrt oder auch vermindert hat.“ Entgegen der vielen negativen Vorher-sagen, bringt die Umlagefinanzierung “ ein soziales Sicherungssystem mit sehr hoher Bestands-kraft.“ Seit den 70er-Jahren hat sich die Zahl der PensionistInnen um mehr als die Hälfte erhöht und das Pensionsniveau ist deutlich angestiegen. Und das System hat diesen Kostenanstieg trotzdem verkraften können. "Dies war und ist deshalb möglich, weil nicht die absoluten Zahlen von Relevanz sind, sondern das Produktivitätswachstum, die Systempflege und der politische Wille zur Verteilung.
Außerdem wird von den „Pensionsexperten“ konsequent verschwiegen und in ihren Berechnungen fahrlässig ignoriert, dass die Reformschritte der Vergangenheit Wirkung zeigen. Die öffentlichen Pensionsausgaben werden von 13,9% des BIP im Jahr 2013 bis 2060 um 0,5% steigen. Schnedl: „Ein Anstieg von 0,5 % des BIP über einen Zeitraum von mehr als 45 Jahren soll für eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt nicht verkraftbar sein?“
Die öffentlich immer lauter, von immer mehr unqualifizierten Personen „eingeforderte „große Reform“ ist jedenfalls nicht notwendig. Das behauptete Anliegen, das Pensionssystem für die Jungen zukunftsfit zu machen, entbehrt nicht einer gewissen Kaltschnäuzigkeit. Die geforderten Reformen führen nämlich letztendlich zu erheblichen Kürzungen der zukünftigen Pensionen gerade dieser Jungen. Seriös ist ein solches Agieren nicht“, stellt Schnedl klar.
Resümee von Norbert Schnedl: „Es ist Nonsens, bei einem prognostizierten starken Anstieg der Anzahl von Pensionisten einen Rückgang des Bundesbeitrages einzufordern. Das ist realitäts- fern und würde extrem starke Kürzungen der Pensionsansprüche der heute Jungen erfordern. Wenn Budgetknappheit zu Geldbedarf führt, dann sollte die üppige Förderungspraxis der Gebietskörperschaften durchleuchtet werden. Bei den Förderungen und Subventionen für Unternehmen ist Österreich mit Abstand Weltmeister.
Der Anteil der über 60-Jährigen wird in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen. Pensions- quote und Altenquote müssen sich aber nicht zwangsläufig parallel entwickeln. Um das Ziel einer höheren Beschäftigungsquote der über 60-Jährigen zu erreichen, muss die Wirtschaft bereit sein, ältere Arbeitnehmer auch zu beschäftigen bzw. in Beschäftigung zu halten. Derzeit ist oft das Gegenteil der Fall. Das ist unser wirkliches Problem!“



 

 
Schulen schauen – Brücken bauen   

Di 2. Februar 2016
08.00 bis 16.00 Uhr
VS Bregenz Augasse, BG Gallusstraße, HAK/HAS Bregenz


Die Brücke II ist der zweite Teil einer Veranstaltungsreihe der ARGE Gemeinsame Schule, der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft und
des Landeselternverbandes. Dabei können Lehrpersonen und Eltern verschiedenste Schultypen an ausgewählten Schulen kennenzulernen.
Die Intention ist, vor allem bei Lehrerinnen und Lehrern, die Gegebenheiten an anderen Schulen kennenzulernen, Einblick in deren pädagogische Arbeit zu bekommen und allfällige Vorurteile abzubauen.

Brücke II beinhaltet den Besuch der Volksschule Bregenz Augasse (8.00 bis ungefähr 9.45 Uhr), des Bundesgymnasiums Bregenz Gallusstraße (10.00 bis 11.45 Uhr), Mittagessen ebendort und abschließend den Besuch der Handelsakademie Bregenz (13.00 bis 15.00 Uhr). Wir treffen uns um 7.45 Uhr vor der Volksschule Bregenz Augasse.

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Foto Manfred Sparr  
Bildungskompass: Das gläserne Kind als Zukunftsvision – nein danke!  

Kurt Scholz in Quergeschrieben (DiePresse.com)

Mit einem Apell schließt Kurt Scholz seine fundierte Analyse und sein mit „Herzblut“ geschriebener Kommentar zum geplanten Bildungskompass:

„Kinder brauchen keine paramilitärische Musterung, sondern Zuwendung, Vertrauen und menschliche Wärme. Man kann es auch Liebe nennen.“
Der Bildungskompass soll alle „Details der jugendlichen Entwicklung“ speichern. Kontinuierliche Tests der Kinder und Jugendlichen vom 3. bis zum 18. Lebensjahr sollen die Daten liefern. „Das ist Unfug“, so Scholz und begründet dies unter anderem damit, dass nicht „ohne Grund wurden in den 1970er-Jahren die Schülerbeschreibungsbögen, in denen man kleine entwicklungsbedingte „Defizite“ der Kinder jahrelang verfolgen konnte“, abgeschafft wurden. 2015/16 wird es nicht von berufener Seite, sondern von einem Genetiker exhumiert.

Scholz attestiert den Befürwortern des Bildungskompasses zwar durchaus gute Absicht, aber die „Praxis erwies das Gegenteil: Wenn jemand als Kind eingenässt hatte, konnte das den jungen Menschen per Schülerbeschreibungsbogen bis zur Matura verfolgen. Diesen Unsinn als Bildungskompass aufzuwärmen, ist eine Zumutung. Will man Defizite der Kinder feststellen, rede man mit den Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern. Sie kennen aus dem täglichen Umgang den Förderbedarf besser als ein Genetiker.

Kinder brauchen nicht Tests, sondern Zuwendung. Man fördert ihre Anlagen nicht mit dem Kompass in der Hand, sondern durch Ausbau von Beratungsstellen.“

Redaktionelle Anm.: Laut Staatssekretär Mahrer (derStandard.at) endet nach elf Jahren das Dauerscreening mit einem „Talente-Check“, „den die Wirtschaftskammern mit den Ländern machen.“ Ganz am Schluss holen sich die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung für ihre Klientel die elf Jahre gesammelten Screening-Daten der Kids - für den „Talente-Check“.


 

Barbara   
Herzog-Punzenberger  
"Darum die private Trägerschaft bei Kindergärten und Schulen abschaffen"  

Interview von Lisa Nimmervoll mit Migrations- und Bildungsforscherin Barbara Herzog-Punzenberger über religiöse Sektierer in Kindergärten, Österreichs "religionsfreundliche" Haltung im Schulwesen und soziale Segregation in privaten Bildungsstätten (derStandard.at)
Herzog-Putzenbereger zeigt in diesem Interview die große Bedeutung der sekundären Sozialisation, die sich hauptsächlich außerhalb der Familie abspielt und in den Bildungseinrichtungen erfolgt/erfolgen sollte. In den meisten privaten Kindergärten und Schulen würde die Verantwortung der „außerfamiliäre Institutionen für die Integration jedes Individuums in die moderne, plurale Gesellschaft“ nicht wahrgenommen. Die privaten Bildungseinrichtungen tendierten sehr stark zu einer Segregation nach sozialer Schicht, nach Einwanderungsgeschichte oder Religion. Dementsprechend verfügen Privatschulen „über eine andere Zusammensetzung der Schülerschaft als die in denselben Bezirken liegenden öffentlichen Schulen.“ Die führe dazu, führt Herzog-Putzenberger weiter aus, dass der „Anteil der Eltern, die über einen höheren Bildungsabschluss und eine höhere berufliche Position verfügen, ist in den privaten Institutionen wesentlich höher. In vielen Schulbezirken ist es auch sehr auffällig, dass der Anteil von Kindern aus zugewanderten Familien in den privaten Einrichtungen wesentlich niedriger ist, manchmal sogar bei wenigen Prozenten oder null, während der Durchschnitt der umliegenden öffentlichen Schulen über 20 oder 30 Prozent liegt. Die Zahlenverhältnisse zeigen, dass den Kindern und Jugendlichen privater Einrichtungen oftmals vorenthalten wird zu lernen, wie in sozial und kulturell vielfältigen Teams gespielt, gearbeitet und gemeinsam Ziele erreicht werden. Dies ist aber ein notwendiger Baustein, um Vorurteile abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Und, nebenbei gesagt, Charity-Aktionen können die Verantwortung für Ungleichheit höchstens überpinseln, den Alltag des Zusammenlebens und Zusammenlernens aber nicht ersetzen.“
„Darum sollten wir die private Trägerschaft bei Kindergärten und Schulen abschaffen – oder aber unterziehen wir sie einem grundsätzlichen Wandel, der an der Wertebasis unserer Gesellschaft orientiert ist“, fordert die Migrations- und Bildungsforscherin.



 

Pröll und Schule:  
Alle Macht den Landesfürsten  
Bildungsreform: Grüne fordern Bundeskompetenz für Bildungsdirektionen und keine 15%-Grenzen für Modellregionen.  

Wie bekannt, braucht die Regierung für die Umsetzung – zweidrittel Mehrheit - der Bildungsreform die Zustimmung der Grünen. Und die Grünen stellen neben der bisher öffentlich gemachten Forderung, die 15%-Grenzen für Modellregionen zu streichen, eine weitere, politisch nicht weniger brisante Bedingung für ihre Zustimmung. Die neuen Bildungsdirektionen müssen alleine dem Bund unterstellt. Die im Bildungsreformpapier vorgesehene "Bund-Länder-Behörden" wird von den Grünen abgelehnt.

Laut APA – Meldung „Bildungsreform - Grüne wollen dreistelligen Millionenbetrag einsparen“ über die Pressekonferenz von Harald Walser und Gabriele Moser, würde eine einheitliche Bundeskompetenz im Schulbereich spürbare Einsparungen und deutliche Verbesserungen im Schulsystem bringen. Die Problemfelder seien lange bekannt, erklärte die Grüne RH-Sprecherin Gabriele Moser. So weise der RH in zahlreichen Berichten immer wieder auf die "zersplitterte Kompetenzlage" in der Verwaltung (involviert sind hier Bund, Länder, Gemeinden und die Schulen selbst) hin. Dieser "Kardinalfehler" ziehe laut Moser einen "Rattenschwanz an Detailfehlern" nach sich, was dazu führe, dass "Steuergelder versickern" und "in falschen Taschen landen".
Dass etwa die Besoldungsabrechnung der Lehrer im Vergleich mit dem Bund teurer und in verschiedenen Bundesländern noch dazu unterschiedlich zu Buche schlage, weise darauf hin, dass eine Kompetenzverschiebung in Richtung der Länder das System nicht billiger machen würde. Den Bundesländern im Zuge der Reform mehr Macht zukommen zu lassen, "müssen wir als Grüne im Frühjahr verhindern", sagte Walser.


 

 
Neujahrsgespräch mit NR Dr. Harald Walser  

zu aktuellen bildungspolitischen Fragen
Montag, 11. Jänner 2016
20:00 Uhr
Dornbirn
Hotel Krone, Hatlerstr. 2

Einladung .pdf


 

 
2. Dienstrechtsnovelle 2015  

Die wenigen, für den Schulbereich relevanten Änderungen:

• Anhebung der Gehälter und Zulagen um 1,3 % ab 1.1.2016
• 63 b GehG, 90 e VBG: Abgeltung von Abschlussprüfungen
Nunmehr ist auch eine Abgeltung für die Abschlussprüfungen in der BMS vorgesehen.
• 5 (3); 7 (3); 7a RGV: Reisegebührenvorschrift
Anstelle der nachgewiesenen Auslagen für die Beförderung mit einem oder mehreren Massenbeförderungsmitteln ist auf ein „Beförderungszuschuss“ auszuzahlen. Dieser beträgt je Wegstrecke für die ersten 50 km 0,20 € je km, für die weiteren 250 km 0,10 € je km und für jeden weiteren km 0,05 €. Insgesamt darf der Beförderungszuschuss 52,00 € nicht übersteigen. Bei Weglängen bis 8 km beträgt der Beförderungszuschuss 1,64 €. Die Fahrtauslagen für die Benützung der Massenbeförderungsmittel sind damit abgegolten. Sich die Bahnkarte vorher im Sekretariat ausstellen zu lassen, ist weiterhin möglich.
Dazu ein Kommentar von Gary Fuchsbauer: Wenn aber aus Zeit- u.a. Gründen mit dem eigenen PKW gefahren wird oder die selbst bezahlte ÖBB-Vorteilskarte genutzt wird, gibt‘s wieder weniger Geld. Und die von der ÖLI und der BMHS-Gewerkschaft geforderte (automatische) Valorisierung der 20/10/5 Cent gibt‘s auch nicht, somit wird der "Beförderungszuschuss" real immer weniger wert. Ehrlicherweise wird es nun nur mehr "Beförderungszuschuss" genannt und somit zugegeben, dass wir öffentlich Bedienstete unsere Dienstreisen zum Teil selbst bezahlen müssen. Ist das die Wertschätzung, von der die Politik gern spricht?
• 55 a GehG, 90 f VBG: Ernennung bzw. Überstellung im Lehrerbereich
Bei der erstmaligen Ernennung in die Verwendungsgruppe L2a1 bzw. bei der erstmaligen Einreihung in die Entlohnungsgruppe l2a1 ist bei Vorliegen der Ernennungserfordernisse gem. Zi. 25.1. Abs. 3 und 4 der Anlage 1 zum BDG kein Vorbildungsausgleich in Abzug zu bringen.



 

 
Gesamtschule: Gesamtschulmodellregion Vorarlberg doch möglich?  

Noch am selben Tag der Präsentation der Bildungsreform 2015 war klar, dass ein großer Diskussionsbedarf besteht und noch einige schwierige Verhandlungen bis zur geplanten Gesetzwerdung der Reform Mitte 2016 bevorstehen.
Der schwierigste Knackpunkt ist die von der Reformkommission vorgesehene 15% - Beschränkung für Gesamtschulregionen (maximal 15% der Schulen und Schüler/innen in einem Bundesland). Damit wäre nicht nur die in Vorarlberg geplante und beschlossene „Modellregion Vorarlberg“ unmöglich, sondern die Gemeinsame Schule de facto in ganz Österreich für längere Zeit auf Eis gelegt. Jetzt kommt aber wieder Bewegung in die die Diskussion. In einen APA-Interview kündigt BM Heinisch-Hosek an, dass sie sich „einer parlamentarischen Bewegung für mehr … nicht verschließen“ werde.
Für die Umsetzung der Reform braucht es eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Also die Zustimmung entweder der Grünen oder der FPÖ.
Dazu Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, in den Vorarlberger Nachrichten: „Und die wird es gewiss nicht geben, sollte eine echte Modellregion Vorarlberg nicht im Gesamtpaket enthalten sein.“ Es sei schon bemerkenswert, so Walser weiter, „dass man jetzt uns Grüne braucht, um bei der Bildungsreform die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Die FPÖ stimmt bekanntlich nicht einmal einer 15-Prozent-Größe bei der Modellregion zu, scheidet also als Partner für einen Beschluss aus. Also wird man uns brauchen, um eine Bildungsreform im Parlament mit der dafür notwendigen Mehrheit durchbringen zu können.“



 

 
Bildungsbudget: Schellings unfreundliche Nasenlöcher  

Irgendwie typisch für die derzeitige österreichische Politik.

Allen ist nach dem bildungspolitischen Niedergang in der Gehrer-Ära klar: Österreich braucht dringend eine große Bildungsreform. Eine Arbeitsgruppe präsentiert mit über zehnjähriger Verspätung ein großkoalitionäres, wie immer stark ÖVP lastiges Kompromissreformmodell - über dessen inhaltliche Qualität die ÖLI-UG auf dieser Homepage bereits ausführlich berichtet hat. Noch Ende November gab sich Staatssekretär Mahrer (ÖVP) optimistisch, dass seine „fast geile“ (Mahrer) Bildungsreform finanziert werden kann. Laut Mahrer machte Finanzminister Schelling (ÖVP) „freundliche Nasenlöcher“. >> siehe weiter unten "Bildungsreform entpuppt sich immer mehr als reines Sparpaket"

Im neuen Jahr, einen Monat später, schaut die Sache wieder ganz anders aus. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) plagt seit Jahren ein strukturelles Budgetloch, das die ÖVP-Finanzminister partout nicht beheben wollen. Waren es 2015 noch 340 Mio. Euro, sind es 2016 bereits 550 Mio. Euro. Laut Heinisch-Hosek sei dieses Problem alleine mit Sparmaßnahmen nicht lösbar. Der Finanzminister denkt aber nicht daran dem Bildungsministerium die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Ein billiges, parteipolitisches Taktieren, das die Verhinderung einer positiven Entwicklung des österreichischen Bildungssystems billigend in Kauf nimmt.



 
  Schulen schauen – Brücken bauen  

Ein interessanter Bericht zum Besuch der VS und MS Bürs im Rahmen der Reihe Schulen schauen – Brücken bauen


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